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4Dez/160

Nostalgie im Tabletop – Oldhammer

Dieses Jahr ist mein 20. (!) Jahr im Tabletop. Kann das eigentlich kaum glauben, dass es schon so Lange her ist, dass ich zum ersten Mal in Kontakt mit Miniaturen und Regeln gekommen bin.

chaosbunker_oldhammer

Angeregt durch die Ausstellung auf der kommenden Tactica 2017 und dem damit verbundenen Wettbewerb auf Sweetwater, möchte ich auch meinen Einstieg ins Hobby mit euch teilen. Es muss im Sommer 1996 gewesen sein, im Nachmittags in der Arbeitsgemeinschaft Bildende Kunst. Jemand hatte Heroquest Miniaturen dabei und mein ältester Freund Holger erinnerte sich, die Sachen in einem Spielwarengeschäft in der Nähe unseres Heimatorts gesehen zu haben. So mussten wir 30-60 minütige Autofahrten (zu denen wir unsere Eltern "animierten") in Kauf nehmen um überhaupt an einen White Dwarf zu kommen und im September kaufte ich auch meine erste Miniatur. Einen Space Marine Veteranensergeant oder Captain, den ich natürlich direkt im Laden bemalte - in den Farben der Blood Angels, da diese in der damaligen Grundbox enthalten waren. Später im gleichen Jahr hatte ich den White Dwarf abonniert, da es einfach nur ungemein nervig war, den zuverlässig im Westerwald zu erstehen.

Zur Weihnachtszeit gelang es mir dann, meine Eltern davon zu überzeugen, dass eine Grundbox eine gute Idee für ein Geschenk wäre. Sie dachten, das wäre nur eine Phase, dass ich wohl nicht die Geduld für ein Hobby wie dieses hätte. Und es war damals schon teuer, so dass 40k oder Fantasy mit Folgekosten keine Option waren für "Wir probieren das Mal aus". Da ich damals recht viele NFL Europa Spiele (Go Rhine Fire!) mit meinem Vater gesehen hatte, schien mir Blood Bowl als eine sinnvolle Lösung - und Oh Junge, sollte ich damit richtig liegen! Ich bekam die zweite Edition zu Weihnachten, und ich kann mich noch immer an den Geruch beim öffnen der Schachtel erinnern. Es hat mich direkt begeistert, das Spiel, seine Regeln und das Gesamtpaket. Die Box habe ich immer noch hier, habe es wirklich häufig (und ich meine häufig!) gespielt und es war der Beginn meines mir sehr wichtigem Tabletophobby. Eine der ersten Miniaturen, die ich mir nach Weihnachten gekauft hatte, war Sigg der Zug, den ich 2008 neu bemalt habe. Die erste bemalte Miniatur nach einer mehrjährigen Malpause.

The Mighty Zug

Dieses 20. Jahr des Tabletop war recht beschäftigt. Ich bin mit meiner besseren Hälfte zusammengezogen, wir haben eine schicke Wohnung in einer Kleinstadt zwischen Köln und Frankfurt, und mein Hobbyruam ist - mal wieder - etwas größer geworden. Meinen gesamten Hobbyhausrat umzuziehen ist schon eine anspruchsvolle logistische Herausforderung, die mich mehr oder minder 3 Monate aus dem Arbeitsprozess beim Chaosbunker herausgenommen hat (Reviews vorbereiten, Verpacken von angefangnenen Projekten usw. ist einfach nur aufwendig). Und durch die Vergrößerung was den Platz angeht, legten mir meine Eltern doch ans Herz, ein paar der Dinge abzuholen, die noch im Elternhaus gelagert waren. Daher hatte ich dann bei meinem letzten Besuch den Kofferraum vollgepackt mit ein paar Sachen, die nur darauf warteten, eingesammelt zu werden.

Oldhammer

Dies sind verschiedene Boxen die ich über die Jahre gekauft habe. Als großer Blood Bowl Fan musste ich natürlich auch eine erste Edition mein Eigen nennen können. Die müsste ich in den frühen 2000er gekauft haben, ist komplett und hat sogar ein Astrogranit (Polystyrol) Spielfeld. Und da wäre noch meine erste 40k Starterbox (2. Edition), die ich mir '97 um meinen Geburtstag herum gekauft habe und die 3. Edition, die im darauf folgenden Jahr erschienen ist.

Blood Bowl - 1st Edition Blood Bowl - 1st Edition Warhammer 40k 2nd and 3rd Edition

Ich habe sogar die vier Kampagnenerweiterungen die zur 5. Edition erschienen sind. Die Erste war Der Groll des Drong und enthielt eine Kampagne zwischen Zwergen und Hochelfen, zusammen mit ein paar Pappkartongebäuden. Es gab damals noch drei weitere, Gravaines Quest, Götzenbild des Gork und Im Bann des Blutes. Irgendwann vor 10 Jahren entschied ich, dass ich die komplette 4./5. Edition von WHFB und die 2. Edition von 40k besitzen musste, und dazu gehörten die Kampagnenboxen (sowie die Warhammer Magie Erweiterung weiter oben) einfach zum guten Meter Codices und Armeebücher dazu.

Warhammer - Campaign Boxes Warhammer - Campaign Boxes

Für mich haben diese jüngeren Jahre des Oldhammers einen ungemeinen Charme. Das Artwork von Mark Gibbons und Wayne England, die Miniaturen von den Perrys und Jes Goodwyn, das ist für mich Warhammer. Der Moment ohne Rückkehr dürfte ganz klar im Mai '98 der damalige White Dwarf #29 gewesen sein. Die Ausgabe mit dem 48.000 Punkte Spielbericht zwischen Orks und dem Imperium. Es wurde im Spielzimmer der Perrys ausgetragen, mit Veteranen wie John Stallard (heute Warlord Games), Gordon Davidson (heute Battlefront) und Ronnie Renton (heute Mantic Games) als Generälen. Die Bilder von dieser riesigen, farbenfrohen Imperiumsarmee, mit den unzähligen Dampfpanzern, riesigen Regimentern, bunten Bannern und verrückter Heraldik. So unverkennbar, einprägsam und unvergesslich. Über die Zeit hatte ich fast 22.000 Punkte Imperium angesammelt, mit großen Regimentern, Söldnern und fast jedem verfügbarem Charaktermodell. Aber ich habe das Projekt niemals abgeschlossen und wieder abgestoßen, mit Ausnahme vereinzelter Söldner und den meisten Helden. Ich habe auf meiner Festplatte sogar Bilder von dem Projekt gefunden.

Warhammer Empire Warhammer Empire

Warhammer Empire Warhammer Empire
Warhammer Empire Warhammer Empire Warhammer Empire

Sogar eine Claymore Saga Box hatte ich, aus dem Zeitraum der späten 80er / frühen 90ern, in denen Games Workshop (besser gesagt Citadel Miniatures) mit MB Spiele Miniaturenbrettspiele veröffentlichte. Dieses Spiel war wohl zusammen mit Heroquest oder Starquest eine der Einstiegsdrogen für viele Tabletopper, gerade für jene die in den 80ern geboren wurden. Für viele Wargamer die früher geboren wurden, dürften es Sets von Airfix oder anderen Plastiksoldatenhersteller gewesen sein.

Claymore Saga Oldhammer books

Und wir sind seit dem enorm weit gekommen. Es gibt mehr Miniaturen in Kunststoff als zur vor, größere Bausätze sind möglich und verfügbar, und eine breite Auswahl an Regelwerken und Herstellern aus denen mal wählen kann.

Dank meiner Eltern hatte ich damals mehrmals die Gelegenheit Nottingham zu besuchen, sogar die alte Warhammer World in den späten 90ern (so ein starker Kontrast zu heute) - ihr könnt hier ein paar Bilder von meinem späteren, dritten Besuch aus 2004 sehen; Warhammer World 2004.

Warhammer World - 2004 Warhammer World - 2004 Warhammer World - 2004

Wie hat sich Tabletop über die Jahre für mich verändert? Nun, Tabletop ist eben weit mehr als nur Warhammer, und mehr und mehr Leute wissen darum und akzeptieren das. Es gibt zahlreiche Firmen und Regelwerke mit Potenzial. Aber da Zeit ein großes Thema ist, ein größeres Thema als Plätze. Daher stelle ich meine Projekte von Großen auf Kleinere um. Zum einen erhöht dies die Wahrscheinlichkeit auf Fertigstellen, aber auch den Punkt dass eine große Armee weniger flexibel ist, als mehrere kleine. So kann ich eine eher an einen geneigten Mitspieler ausleihen, um das Problem von Spielern für bestimmte Systeme zu handhaben.
Es ist einfach eine Entwicklung die in vielen Bereichen des Erwachsen werden gilt. Aus dem gleichen Grund warum ich einfach nicht die Zeit (noch das Interesse) daran habe mir Abends mehrstündige Klankriege in Videospielen zu geben. Ich bevorzuge da flexiblere, "casual" Lösungen. Und so ist es auch mit Tabletop. Es ist fast unmöglich mehrstündige Spielzeiten zu planen, aber eine Runde oder zwei eines Skirmishs oder Zug-Großen Systems ist mach bar.

Wie war's bei euch? Wie seid ihr ins Hobby gekommen? Wann hat es bei euch klick gemacht? Und was war der Grund zum Püppchenschubser zu werden? Welche Veränderungen habt ihr beim Tabletop bemerkt und wie hat sich euer Verhältnis zum Hobby verändert?

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