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22Aug/170

Wellington Te Papa – Gallipoli The Scale of our War

Wellington, die Hauptstadt Neuseelands, hat viele verschiedene kulturelle Anlaufstellen zu bieten, darunter auch Te Papa Tongarewa, das Nationalmuseum, dessen Name aus Maori sich etwa in "Der Ort der Schätze dieses Landes" übersetzen lässt. Te Papa deckt viele verschiedene Ausstellungen ab, die sich mit der Geschichte, der Flora und Fauna und anderen Themen mit Kiwi-Bezug befassen. Eine der aktuellen Ausstellungen, in Kooperation mit Weta Workshop entstanden, ist Gallipoli - The Scale of our War. Die Ausstellung ist dabei nicht mit der Great War Exhibition im Anzac Park zu verwechseln, die hier später auch noch vorgestellt werden wird.

The Papa ist ein sehr großes Gebäude in der Bucht von Wellington und bietet mehrere kostenfreie Ausstellungen, Gallipoli ist zwischen April 2015 und April 2019 zu sehen.

Te Papa Gallipoli - The Scale of our War Te Papa Gallipoli - The Scale of our War

Die Aufmachung dieser Ausstellung erinner von der Wahl der Schrift und Design etwas an Flames of War, und da Battlefront ebenfalls aus Neuseeland stammt (allerdings aus Auckland, nicht Wellington), könnte da sogar etwas dran sein. Weta Workshop, das Special Effect und Design Studio, das häufig eng mit Peter Jackson arbeitet und an Filmen wie der Herr der Ringe, der Hobbit, Warcraft The Beginning und Avatar mitgewirkt hat, steuert überlebensgroße Skulpturen zu dieser Ausstellung bei. Die Szenen des Krieges werden in 2,4-facher Größe dargestellt und weisen ein unglaublich hohes Maß an Details auf.

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Die Skulpturen sind sehr realistisch, mit feinen Haaren, Bartschatten und Flecken von Blut, Schweiß und Tränen. Jede der Figuren bildet einen Moment aus dem echten Leben des ersten Weltkriegs ab. Oben sehen wir Spencer Westmacott, einem Lieutenant des Auckland Infantry Battalion.

Die Reise durch diesen Teil der zweiten Etage von Te Papa ist in die unterschiedlichen Phasen des Krieges gegliedert, fokussiert dabei aber das ANZAC (Australisch Neuseeländisches Armeekorps) und seine Aktivitäten in und um Gallipoli. Dabei werden auch Uniformen, Ausrüstung und Waffen gezeigt.

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Die nächste Überlebensgroße Figur ist Lt. Col. Percival Fenwick. Der Feldarzt beugt sich über einen verwundeten Soldaten, den er von seinen Verletzungen nicht retten kann.

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Zwischen den großen Skulpturen sind andere Ausstellungsstücke zu sehen, z.B. Dioramen wie dieses, welches eine Befestigung an einem Berghang zeigt, und natürlich zahlreiche Memorabilia.

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Die dritte Skultpur ist eine sehr tragische Person, Private Jack Dunn, der zum Tode verurteilt wurde, da er beim Wachdienst auf Quinns Post eingeschlafen war. Dunn war noch nicht wieder vollkommen genesen von seiner vorherigen Erkrankungen und von den Einflüssen des verdorbenen Essens, der Hitze und der Krankheiten der Erschopfung erlegen. Die Todesstrafe wurde später von General Hamilton aufgehoben und Private Dunn kehrte zurück an die Front.

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Die vierte Szene ist eine Maschinengewehrabteilung des Maori-Kontingent. Sehr beeindruckend, da man die Anspannung der Mannschaft sehr gut eingefangen hat und das riesige Maxim Maschinengewehr unglaublich imposant wirkt.

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Es gab außerdem dreidimensionelle Karten, die beleuchtet wurden und die verschiedenen Kriegsschauplätze zeigen. Darüber hinaus gab es weitere Ausstellungsstücke, wie diese Maschinengewehre und Zitate der Generäle und Soldaten, die auf beiden Seiten dieser Kampagne kämpften.

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Die fünfte Installation, die Krankenschester Lottie Le Gallais überspringen wir, direkt zur sechsten und letzten Figur Sgt. Cecil Malthus. Das Museum bietet Mohnblumen aus Papier an, auf die die Besucher ihre Gedanken und Eindrücke schildern können und diese dann zu Füßen des Soldaten ablegen können.

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Die Ausstellung ist sehr emotional und bewegend, da sie diesem 100 Jahre zurückliegenden Konflikt ein greifbareres Gesicht verleiht. Nicht nur Zahlen, Uniformen und Waffen, sondern echte Personen mit soviel Liebe zum Detail, dass es schon fast erschreckend ist. Die Geschichte jeder einzelnen dieser Personen wird erklärt, und baut so eine menschliche Verbindung auf, die für einen sehr eintauchenden Besuch sorgt.

Dies war der erste Halt mit Kriegsbezug auf der Reise durch Neuseeland und ich freute mich schon sehr auf den darauf folgenden Besuch im Great War Exhibition, der hier ebenfalls abgedeckt werden wird (mit knapp 100 Bildern!). Wenn man in Wellington ist, sollte man mindestens 3 Tage einplanen, da es eine sehr schöne Stadt ist, in der es viel zu sehen gibt. Nicht nur die Museen, auch die Sehenswürdigkeiten und vielen Bars, Cafes und Restaurants der Hauptstadt.

Man sollte sich nur ein wenig über den richtigen Zeitpunkt Gedanken machen. Wir waren zu Beginn der neuseeländischen Ferien in Wellington, was dann bei der Ausstellung für viele junge Besucher und Kinder sorgte, und die Gallipoli Ausstellung ist für ein derart junges Publikum nicht ausgelegt.

Link: Gallipoli The Scale of our War

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