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10Apr/190

Dreadball Teil 3: Dreadball Kick Off Review

Anfang 2013 brachte Mantic Games ein futuristisches Sportspiel auf den Markt, dass seitdem konstant gewachsen ist. Warum werfen wir also heute einen Blick auf die allererste Version des Spiels? Nun, zum einen ist das Grundspiel immer noch gut über den Einzelhandel zu beziehen, bspw. über Amazon, und zum anderen ist es als Spiel meiner Ansicht nach immer noch ein ziemlich rundes Produkt. Für Leute die noch nichts mit Dreadball zu tun hatten, ist das von Jake Thornton entworfene Spiel zudem ein guter Einstieg in das Science-Fiction Setting Warpath aus dem Hause Mantic.

Mantic Games - Dreadball Kick Off

Worum geht es?
Die galaktische Co-Prosperity Sphere ist die größte Zivilisation, die die Menschheit jemals gesehen hat. Diese kontrolliert dabei weite Teile der bekannten Galaxis. Wie in jeder Kultur ist dabei ein Sport entstanden der die Massen unterhält und zu gewissen Teilen auch als politische Bühne dient.

Zwei Teams versuchen dabei den Dreadball in eines der drei gegnerischen Torfelder zu befördern, die über dem Feld schweben und Strikezone genannt werden. Die Teams bestehen jeweils aus acht Mann, sechs aktiven Spielern auf dem Feld und zwei Auswechselspielern. Spielzüge bezeichnet man als Rush und ein Spiel endet nachdem der vierzehnte Rush abgeschlossen wurde, oder ein Team zuvor sieben Punkte erreicht hat.

 

Erster Eindruck
Das Artwork schafft es bereits vor dem Öffnen der Box einen guten Eindruck zum Spielgefühl zu vermitteln. Es wird schnell gespielt und wenn es um den Sieg geht ist jedes Mittel recht. Die Box selbst kommt sehr kompakt daher und enthält alles was man braucht, damit zwei Spieler gegeneinander antreten können:

  • Die Anleitung und ein Dreadball Spielfeld
  • Zwei Teams zu je acht Spielern
  • Sechsseitige Würfel, fünf rote, fünf weiße und je zwei blaue pro Team
  • Marker für Aktionen, Rushes und den Punktestand

 

Das Regelwerk ist erfreulich schlank und erklärt die Durchführung bestimmter Regelabschnitte anhand zusätzlicher Illustrationen. Das Spielbrett ist hochwertig und weist bei mir auch nach häufigem Gebrauch nahezu keine Gebrauchsspuren auf. Bei den Würfeln und den Markern aus Pappe erwartet einen keine Neuheit, aber man merkt, dass sich diese schneller abnutzen als das Spielfeld.

Mantic Games - Dreadball Kick Off

Die Figuren müssen zusammengebaut werden, was für Brettspieler sicherlich ein Manko ist, da diese am liebsten direkt mit dem Spiel loslegen wollen. Für Tabletopveteranen ist wahrscheinlich die Qualität der Figuren der größere Kritikpunkt. Obwohl das Design durchaus ansprechend ist, ist das Material schwer zu bearbeiten, da es sich um das alte Resin-Plastik Gemisch handelt und Gussgratte nicht nur Cuttermesser und Feile benötigen, sondern in vielen Fällen auch Sandpapier, um schwer erreichbare Stellen zu säubern.

Mantic Games - Dreadball Kick Off

Wie spielt sich Dreadball?
Der Regelteil des Buchs umfasst 21 Seiten, wobei die Regeln auf elf davon erläutert werden. Spieler teilen sich in drei Kategorien auf:

  • Guards, welche gut darin sind dem Gegner eins auf die Mütze zu geben
  • Striker, die die Ballvirtuosen auf dem Feld darstellen
  • Jacks, die beides können

 

Letztere haben eine wichtige Rolle als Allrounder, denn die Guards können keine Ballaktionen ausführen, während Striker dafür nicht in den Vollkontakt gehen können. Jacks hingegen können zwar beides, aber weit weniger gut als ihre spezialisierten Pendants. Weiterhin sind sie darin eingeschränkt, dass sie Ball- oder Kontaktaktionen nicht während einer Bewegung ausführen dürfen. Ein Guard kann beispielsweise Anlaufnehmen und einen sogenannten Slam ausführen, ein Striker während seines Laufs den Ball aufnehmen und werfen.

Pro Spielzug stehen jedem Trainer fünf Aktionen zu. Der Trainer darf dabei nicht alle Aktionen für einen Spieler verwenden. Diese dürfen maximal zwei Aktionen pro Rush verwenden, was wiederum bedeutet, dass ein anderer Spieler gar keine Aktion erhält. Einen Weg dies zu kompensieren sind sogenannte Doubles. Jeder Spieler erhält drei Würfel in seinem Grundpool um eine Aktion auszuführen. Der zu erwürfelnde Wert bemisst sich dabei an den vorgegebenen Ergebniswerten des jeweiligen Volkes und der Position (Mensch oder Orx, Guard oder Jack, usw.). Benötigt ein Spieler beispielsweise ein 4+ zum Aufheben des Balles, zählt es als Dopplung, wenn er auf zwei der drei Würfel dieses Ergebnis erzielt hat. Für diesen Erfolg erhält der Spieler eine weitere, freie Aktion.

Die zuvor erwähnten Slams können einen gegnerischen Spieler vor sich herschieben, auf die Bretter, oder sogar auf die Auswechselbank schicken, je nach dem wie schwer der gegnerische Spieler getroffen wird. Auch hier kommt es wieder auf das Stein-Schere-Papier Prinzip der Positionen an, denn geslamte Spieler dürfen reagieren. Entweder sie wehren sich auf ebenso brutale Weise mit einem Slamback, oder, wenn der Angriff von Hinten erfolgt, oder der betroffene Spieler ein Striker ist, sie weichen dem Angriff aus.

Auch bei der Aufstellung enthält das Spiel bereits ein tiefgreifendes taktisches Element. Wir bereits erwähnt stehen pro Rush nur fünf Aktionen zur Verfügung und wenn ein Trainer es schafft den Ball in einer der drei gegnerischen Strikezones zu befördern, wird nicht neu aufgestellt. Der Ball wird wie zu Beginn des Spiels einfach an der Mitte eingeworfen und die Spieler müssen mit ihrer derzeitigen Positionierung zurechtkommen. Dreadball spielt in einer geschlossenen Arena, womit der Ball nicht nur von den Spielern auf dem Feld, sondern auch von den Arenawänden abprallen kann. Das öffnet die Türen für Trickspielzüge und macht es meist nötig wenigstens einen Spieler in der Abwehr zu halten, damit der Spieler keinen Landslide erzielt.

Ein Landslide? Das zählen der Punkte funktioniert bei Dreadball etwas anders als bei anderen Spielen. Erzielt Team A beispielsweise vier Punkte steht es 4:0. Schafft Team B es nun drei Punkte zu erzielen, da die Strikezones hier ihrer Schwierigkeit entsprechend unterschiedlich bepunktet sind, steht es 1:0 für Team A. Erzielt ein Team sieben Punkte steht es als 7:0 und das Spiel endet sofort. Der Landslide entspricht also einem Schnellsieg, vor Ablauf der Spielzeit.

Wie geht es weiter?
Dreadball hat in den vergangenen sechs Jahren bereits zahlreiche Erweiterungen gesehen. Die Galactic Tour Expansion erweitert das Spiel um Regeln für einen Ligabetrieb, während Dreadball Xtreme eine Variante des Spiels darstellt, die in den intergalaktischen Gefängnissen gespielt wird. Ultimate Dreadball hingegen bleibt beim klassischen Spiel, ermöglich es jedoch mehr als zwei Spielern gegeneinander anzutreten.

Hat man das Grundspiel eine Weile gespielt, wertet der Einsatz von Schiedrichtern, Aktionskarten und besonders polarisierender Spieler, sogenannten MVPs, Dreadball zu seinem vollen Umfang auf. Das ist zwar nicht nötig, aber wer gerne ein wenig mehr Rollenspielelemente hineinbringen will, ist damit zunächst gut bedient.

 

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Mittlerweile befindet sich Dreadball in seiner zweiten Iteration und hat mit Dreadball 2.0 ein größeres, noch intensiveres Spielerlebnis für den schnellsten Arenasport der Zukunft auf den Markt gebracht (zu sehen im nächsten Review).

Mantic Games - Dreadball Kick Off

Fazit
Mit einem derzeitigen Preis zwischen 20,- und 30,- Euro erhält man ein bis zu einstündiges Spielerlebnis für wenig Geld, welches sich besonders für kurze Partien zwischendurch eignet, oder um neue Spieler mit Dreadball vertraut zu machen. Persönlich bin ich ein großer Fan von Boxen die alles enthalten, da sie sich hervorragend als Miniprojekte eignen. Hier kommt mein größer Wehrmutstropfen jedoch durch, denn ich spiele nicht nur gerne, ich male auch gerne und die Modelle haben hier schlichtweg noch Luft nach oben. Der Guss ist an manchen Stellen recht verwaschen, sodass man bei der Bemalung manchmal raten muss was man eigentlich gerade bemalt und die Modelle lassen sich aufgrund des schwer zu bearbeitenden Materials nur mit großer Mühe entgraten. Sehr schade, denn das Design der Modelle an sich ist fantastisch und fängt den Flair eines schnellen SciFi Sportspiels perfekt ein. Mantic arbeitet aber daran und was das betrifft sehen wir uns dann beim nächsten Dreadball Artikel wieder, wenn wir Version 2.0 unter die Lupe nehmen!

Eine kleine Anmerkung noch zum Schluss. Meine eigene Schachtel Dreadball habe ich mit einer Schaumstoffeinlage präpariert, damit die bemalten Figuren nicht lose herumfliegen. Auf lange Sicht ist es eine Überlegung wert, die Spiele grundsätzlich mit einer Einlage ähnlicher Art zu versehen. Das verleiht dem Ganzen nicht nur ein wertiges Gefühl, es schützt auch die bemalten Modelle.

 

Mantic Games - Dreadball Kick Off

Grüße aus den intergalaktischen Arenen Dreadballs

Dino

 

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