Nachruf auf John Blanche
John Blanche ist im Alter von 77 Jahren verstorben. Die Nachricht wurde von Trish Carden, einer langjährigen Freundin und ehemaligen Games-Workshop-Kollegin, über soziale Medien bekannt gegeben. Die Familie hat um eine private Trauerfeier gebeten und kündigt eine spätere Zusammenkunft für alle an, die John kannten und seine Arbeit geschätzt haben.
Es tut mir sehr leid, aber ich bringe euch heute eine sehr traurige Nachricht.
John Blanches Ehefrau Lin hat mich gebeten, euch allen mitzuteilen, dass John vor ein paar Tagen verstorben ist.
John war ein inspirierender Künstler, seiner Familie sehr verbunden und für viele ein guter Freund. Er war stets großzügig mit seiner Zeit und seinem Wissen und wurde von allen, die ihn kannten und mit ihm gearbeitet haben, sehr geschätzt. Er wird enorm fehlen.
Die Welt von Warhammer wurde durch seine Vision des düsteren, bedrückenden Settings geprägt, und ich weiß, dass seine Kunst für so viele von euch eine große Bedeutung hatte. Er hinterlässt ein gewaltiges Vermächtnis, das das Leben vieler Menschen bereichert hat.
Die Familie wird sich im privaten Rahmen von John verabschieden, aber später wird es ein Treffen geben, um gemeinsam Johns Leben zu feiern.
Kosk yn kres, alter Freund.
Wer in den 1980er- und 1990er-Jahren mit Warhammer angefangen hat, ist eigentlich immer auch John Blanche begegnet. Nicht über Regeln oder Boxen, sondern über das Artwork, das unzählige Produkte der Warhammer-Welt geprägt hat. Vielen ist das ikonische Cover der 2. Edition von Warhammer 40,000 im Gedächtnis geblieben: der Blood Angels Captain inmitten der Schlacht, umringt von Orks. Auch dieses Bild stammt von John Blanche.
Sein Stil hat nicht nur das Erscheinungsbild der Produkte geprägt, sondern auch die Art und Weise, wie sich viele Hobbyisten an ihre eigenen Projekte und Modelle herangewagt haben. Blanchitsu, also dieser eigenwillige Mix aus Umbauten und Bemalung, oft mit ganz gezielt eingesetzten Farben wie der Zorn-Palette, hat das geprägt, was viele heute unter Grimdark verstehen und was diesen Stil bis heute so besonders macht.
Ich habe John Blanche nie persönlich kennengelernt, aber über gemeinsame Bekannte und seine zahlreichen Arbeiten auch jenseits des Warhammer-Universums immer wieder gespürt, welche kreative Energie von ihm ausgegangen ist. In einem seiner Zitate über seine Arbeit schrieb er einmal:
„The first images of primeval man would concern themselves with hunting scenes, heroic action, mighty beasts, death masks, war paint, fetishes and trophies. Today we see the same sorts of themes represented in punk haircuts, studded leather and even in the imagery employed in films like Blade Runner and Aliens. This is the heritage of Western culture, and that is what I am trying to tap when I paint.“
"Die ersten Bilder des Urmenschen würden sich mit Jagdszenen, heldenhaften Taten, mächtigen Bestien, Totenmasken, Kriegsschminke, Fetischen und Trophäen beschäftigen. Heute sehen wir dieselben Motive in Punkfrisuren, Nietenleder und sogar in der Bildsprache von Filmen wie Blade Runner und Aliens. Das ist das Erbe der westlichen Kultur, und genau darauf versuche ich beim Malen zurückzugreifen."
Er hat genau das getan, was er beschrieben hat. Und die Spuren davon finden sich überall, auch hier. Danke für dein Lebenswerk.
Ruhe in Frieden, John Blanche.















Kommentar verfassen