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3Jan/202

Warhammer: The Old World – Wolfsreiter

Warhammer - The Old World

Goblins hatten bei Warhammer Fantasy schon immer einen etwas ungewöhnlichen Stand und mit der Ankündigung des ominösen Old World Systems besuchen wir ein paar dieser grünen Gesellen aus längst vergangenen Zeiten. Um genau zu sein, aus dem Jahr 2002, denn in jenem Dezember gab es die berittene Goblinarmee von Dan Tunbridge im deutschen White Dwarf 84 zu bewundern, welche für mich Inspiration genug war, um ein paar Goblins in meine damalige Warhammer Fantasy Armee aufzunehmen.

White Dwarf - Dezember 2002


Warhammer The Old World - Dan Tunbridge's Goblin Raiding Force Warhammer The Old World - Dan Tunbridge's Goblin Raiding Force Warhammer The Old World - Dan Tunbridge's Goblin Raiding Force Warhammer The Old World - Dan Tunbridge's Goblin Raiding Force Warhammer The Old World - Dan Tunbridge's Goblin Raiding Force

Spielerisch waren Goblins noch nie sonderlich stark, erfüllten jedoch eine wichtige Eigenschaft, die den meisten Grünhautarmeen fehlte: sie sorgten für Mobilität, Geschwindigkeit und waren ausgezeichnet dazu geeignet gegnerische Artillerie in Schach zu halten. Zudem waren sie punktetechnisch sehr günstig.

Leider spiegelten die Regeln damals bereits ein Problem, dass sich durch das gesamte System zog. Viele der Einheiten waren nur in einer bestimmten Konstellation nützlich. Das ging teilweise so weit, dass manche Modelle niemals das Licht des Spieltisches erblickten, schlicht und ergreifend, weil es bessere Möglichkeiten gab. Natürlich konnte man auch damals schon seine Modelle und Armeen so zusammenbauen und spielen wie es einem gefiel, die Chancen waren jedoch groß, dass man auf diese Art weit mehr Zeit mit dem Aufstellen und Wegpacken seiner Armee verbrachte als mit dem eigentlichen Spielen.

Warhammer The Old World - Goblin Wolfriders

Bei Wolfsreitern war es ratsam die punktegünstigste Aufstellung verglichen zum Nutzen einzusetzen. Man gab ihnen meistens Speere, für ein klein wenig mehr Punch im Angriff und ließ die Schilde weg, damit sie die Eigenschaft leichter Kavallerie beibehielten und somit Formationsänderungen vornehmen konnten ohne dabei Bewegungseinbußen hinnehmen zu müssen. Natürlich durfte auch ein Musiker nicht fehlen, denn eines war sicher – früher oder später würde das feige Pack die Beine in die Hand nehmen und die moralschwachen Goblins waren auf die +1 beim Sammeltest angewiesen.

Natürlich stellte man nie nur eine Einheit auf, denn mit gerade einmal 67 Punkten waren Wolfsreiter eine der günstigsten Einheiten des Spiels gemessen an ihren Fähigkeiten.

Warhammer The Old World - Goblin Wolfriders Warhammer The Old World - Goblin Wolfriders

Auch ich stellte damals stets mindestens zwei Einheiten und unterstützte diese zusätzlich durch einen Streitwagen. Nicht nur, dass das thematisch sehr gut zusammenpasste, während die Wolfsreiter gegnerische Einheiten beschäftigten, hatten die Streitwagen die Chance den Kampf zu erreichen. Sie waren zwar langsamer als die regulären Reiter, lieferten dafür aber die stark benötigte Schlagkraft.

Mein Streitwagen war damals ein Umbau, denn es gab bei der Zinnvariante nur drei Besatzungsmitglieder. Ich stockte das Ganze auf 4 auf und sorgte dafür, dass die Modelle homogen zu den anderen aussahen.

Warhammer The Old World - Goblin Wolfriders Warhammer The Old World - Goblin Wolfriders

Ursprünglich wollte ich sogar mal eine reine Goblinarmee in einem mongolisch angehauchten Stil aufbauen, doch schon vor dem Schlussstrich für Warhammer Fantasy zog ich selbigen schon viel früher für mich selbst. Es gab einfach zu viele Dinge, die mir zunehmend weniger am System gefielen. Die hohe Anzahl an benötigten Modellen, die extrem lange Spielzeit, das teilweise sehr kompetitive Umfeld und die erwähnte Einschränkung in der Kreativität demotivierten mich schon frühzeitig. So sah dieser berittene Schamane auch leider niemals Farbe.

Warhammer The Old World - Goblin Shaman on a Wolf Warhammer The Old World - Goblin Shaman on a Wolf

Ich hatte noch einen ganzen Haufen weiterer Goblinmodelle, von Kriegsmaschinen über Regimenter von 20 und mehr Modellen Größe (die lächerliche 100 Punkte kosteten), doch bei diesem Bild beendete ich meine Anstrengungen die Horde weiter aufzubauen.

Warhammer The Old World - Goblin Wolfriders

Nun, was Old World bringen wird, weiß ich nicht. Meiner Meinung nach funktionierten die punktfreien Regeln für Age of Sigmar im Jahr 2016 gut, da man schnell gemerkt hat, ob man mit dem Gegenüber spielen will, oder ob man seine Zeit verschwendet. Auch die Regeln zum Ausgleich von Nachteilen, die sehr schnell ein Spiel entscheiden konnten, waren meiner Meinung noch sehr effizient in der Bestimmung der spielerischen Einstellung des jeweiligen Mitspielers.

Am meisten mochte ich jedoch die Skirmish Erweiterung für Age of Sigmar. Sie brachte wieder ein Punktesystem in Form von „Ruhm“ mit und schränkte die Auswahl der Modelle ein wenig ein. Da ich sehr viele Spiele dieser Art gemacht habe, kann ich sagen, dass das ziemlich gut funktioniert hat und mir vorstellen könnte, dass Warhammer Fantasy auf diese Art wiederkehrt.

Warhammer Age of Sigmar Scharmützel

Natürlich wäre es auch möglich, dass Old World einen Ansatz verfolgen wird, der dem der Horus Heresy für 40K entspricht. Tatsächlich glaube ich jedoch nicht daran, denn Warhammer Fantasy war, so sehr das manch einer auch verdrängen mag, schon lange ein sterbendes Spiel, mit einer schrumpfenden Anzahl an Spielern. Eine Firma die aber ein Produkt herstellt und überleben möchte, muss nun mal Verkäufe erzeugen können. Ein kleineres System mit einer gut funktionierenden, etablierten Mechanik wäre für ein Unternehmen also am sinnvollsten.

Egal was Old World am Ende wird, feststeht, dass es eine Reihe neuer Modelle geben wird, die den Stil der älteren Fantasyversion spiegeln werden. Testläufe gab es dazu meiner Meinung nach bereits mit den Wolfsreitern für Warhammer Underworlds, oder den derzeit erhältlichen Chaoskriegern.

Was ist Eure Erwartungshaltung oder was wünscht Ihr Euch im Bezug auf Old World? Lasst es uns wissen! Bis dahin…

 

Viele Grüße aus dem Chaosbunker

Dino

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veröffentlicht unter: Allgemein, Fantasy, Galerie Kommentar schreiben
Kommentare (2) Trackbacks (0)
  1. Ich erwarte nichts. Ab und zu packt es mich nochmal und ich bemale irgendwas für WHFB, um dann vielleicht ein Spiel pro Jahr zu schaffen – wenn überhaupt. Inzwischen habe ich einfach andere Systeme, die ich spannend finde und meine Zeit beanspruchen. Warum sollte ich zu WHFB zurückkehren? Am Ende wird es dann doch wieder zerschlagen und dann steht man da.

  2. Zunächst möchte ich sagen, dass es mich sehr darüber freue, dass es wieder ein Warhammer-Spiel in der alten Welt geben wird. Schon deshalb, weil es sehr schade wäre, die Geschichte von WHFB sang- und klanglos enden und in Vergessenheit geraten zu lassen.
    Ich persönlich erwarte keine Fortsetzung oder eine nur leichte Überarbeitung einer alten Edition, sondern eine echte Neufassung mit einem wesentlich vereinfachten (und damit zugänglicheren) Regelwerk.
    Vor allem erwarte ich, dass es kein einfaches Überführen der alten Mini-Reihe (von Ausnahmen vielleicht abgesehen) in das neue Spiel geben wird. Wenn GW in nennenswertem Umfang Minis verkaufen möchte, sind die zig-tausende existierenden Armeen wenig hilfreich.
    Also zusammengefasst: Ein schlankes Regelwerk (ungefähr wie Kings of War) mit Warhammer-typischen sehr mächtigen Charaktermodellen und Magie, Minis in größerem Maßstab (mindestens 25mm Base, gerne auch rund in Regimentsbases mit Slots), höchstwahrscheinlich in Teilen austauschbar mit AoS, Spielgröße bzw. Anzahl der Modelle ähnlich AoS (deutlich weniger als zu Zeiten der 8. Edition).
    Ich hoffe, dass am Ende ein halbwegs rundes, akzeptabel ballanciertes Regelwerk entsteht. Dann bin ich gerne mit von der Partie. Diese Hoffnung ist zwar nicht besonders groß aber immerhin ist sie da.


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