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13Sep./260

Rhein Main Multiversum 2026

Zum mittlerweile 12. Mal öffnete das Rhein Main Multiversum des Tabletop Club Rhein Main seine Tore an diesem Wochenende, und zahlreiche Hobbyisten kamen nach Nidderau, um die Spielplatten und Händlerstände aufzusuchen.

Das Multiversum findet seit ein paar Jahren in der Kultur- und Sporthalle Heldenbergen in Nidderau/Hessen statt und hatte am Samstag, den 12.09.2026, von 10 bis 20 Uhr sowie am Sonntag, den 13.09.2026, von 10 bis 15 Uhr für Besucher geöffnet. Eine Übersicht über die vergangenen Veranstaltungen und meine Besuchsberichte seit 2018 findet ihr hier: Rhein Main Multiversum, weshalb wir uns eine erneute Besprechung der Parkplätze usw. sparen und direkt auf die Veranstaltung eingehen.

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Für mich steht mittlerweile das Spielen deutlicher im Vordergrund; ich möchte euch aber dennoch eine allgemeine Übersicht über die verschiedenen Stände und Tische geben. Zusätzliche Informationen findet ihr auf dem Ausstellerverzeichnis der Veranstaltungsseite. Wir kamen kurz nach der Eröffnung um 10 Uhr an, und innerhalb der ersten Stunde füllte sich die Halle rasch.

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Auf der Empore waren neben Händlern auch Phil von 1405 Miniature Painting, der ein Paint a Knight with me anbot. Das richtete sich an Neueinsteiger genauso wie an erfahrene Maler, die etwas Neues erlernen oder mal etwas außerhalb ihrer gewohnten Projekte bemalen wollten. Er stellte außerdem ein paar seiner bemalten historischen Miniaturen aus, die von der Antike bis in die Neuzeit reichten.

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Unser Dino widmete sich wieder einmal Mortal Gods und zeigte auf einer kompakten Spielplatte ein schnelles Szenario zwischen Thebanern und Plataiern, bei dem es in zwei Spielzügen darum ging, eine King-of-the-Hill-Mission zu gewinnen. Für uns ein gelungener Einstieg in den Spieltag.

Mir gefällt das Spieltempo von Mortal Gods. Auch dass man das klassische I-go-you-go-Prinzip durch das Ziehen von Spielsteinen aus dem Beutel, inklusive Unterscheidung nach Helden, regulären Einheiten sowie Omen, aufbricht, sorgt für Dynamik, und man ist durch die Interaktion auch dann involviert, wenn man nicht der aktive Spieler ist.

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Das zweite Spiel des Tages war Drudenfuss und wurde vom Autor selbst, Robert von Wolpertinger Miniatures, begleitet. Es ist ein düsteres Mittelalter-Setting, das nicht durch High Fantasy besticht, sondern durch Sagen, Mythen und Legenden aus der damaligen Zeit angereichert ist. Selbst beschreibt sich das System so:

Wir schreiben das Jahr des Herrn 1033. Tausend Jahre nach der Kreuzigung Jesus Christus wartete die Menschheit auf das Paradies, doch stattdessen kam die Finsternis. Die Sonne ist nur noch ein fahler Fleck hinter einer Decke aus grauen Wolken. Es ist eine Welt, in der die Gebete verhallen und der Hunger die Menschen dazu treibt, Dinge zu tun, die ihre Seelen schwärzer färben als die Nacht - Das ist die Welt von Drudenfuss.

In dem Szenario, welches wir als 2vs2 gespielt haben, ging es darum, dass eine kleine Truppe christlicher Waffenknechte eine heidnische Zusammenkunft der Bauern niederschlagen sollte, ergänzt um den unsicheren Faktor, dass sich zusätzlich ein Werwolf im Wald aufhalten sollte. Das Spiel bietet interessante, schnelle Mechaniken, die sowohl aktive (die Waffenknechte und Bauern) und passive Modelle (die Priester) als auch NPCs wie den Werwolf abdecken. Jedes Modell verfügt über Aktivierungspunkte und eine lange Liste möglicher Aktivitäten, was dem Spiel durch die breiten Möglichkeiten zur Interaktion mit dem Umfeld schon fast einen rollenspielartigen Charakter gibt. Das bringt auch entsprechendes Potenzial für Szenarien mit sich.

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Leider hatten wir keinen freien Slot bei Faris von Modern Miniatures erwischt, denn das Asymmetric Warfare-Regelwerk von Matt Adams, welches wir unter anderem bereits auf der CONflict angespielt haben, gefällt mir persönlich sehr. Auch das Szenario mit der Polizei-Razzia auf das Drogenlabor hat Faris als Spieltisch ungemein gelungen eingefangen. Die Spielszenen erzählen ganze Geschichten.

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Aber auch darüber hinaus gab es viel zu sehen, egal ob historisch, Sci-Fi oder Fantasy. Mit Dynamic Infantry Combat gab es ein weiteres modernes Spielsystem auf dem Multiversum zu sehen. Gangs of Rome wurde mit einem, für das Multiversum typischen, Szenario mit lokalem Bezug angeboten, einer Rivalität zwischen Nida (das heutige Frankfurt-Heddernheim) und Mogontiacum (dem heutigen Mainz).

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Am Tisch für Star Wars Legion hatten die Demogeber auch Werbung für ihr nächstes eigenes Event gemacht, die TableTopia am 07. und 08. November in Aschaffenburg. Ich war selbst 2019 vor Ort bei der Hausveranstaltung des Asgard Aschaffenburg, schaffe es dieses Jahr aber nicht wegen der Überschneidung mit der Crisis in Antwerpen.

Neben den Händlerständen gab es auch noch einen Bring & Buy, über den ich mehrere Runden ging. Meine Ausbeute des Rhein Main Multiversums ist wie folgt: Jan Solo und Concept Hunter von HBS Print2Play, die Event-Miniatur zu Mortal Gods und ein Blister Frostgrave Cultist Knight & Templar vom Bring & Buy.

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Das Rhein Main Multiversum ist für mich einfach ein Pflichtbesuch, und das aufgrund mehrerer Gründe. Zum einen ist die Veranstaltung sehr gut strukturiert und organisiert. Sie ist für mich (und viele andere) gut erreichbar, denn mehrere Autobahnen sind nur wenige Minuten entfernt. Man könnte sogar internationale Gäste einladen, da der Frankfurter Flughafen nur eine knappe halbe Stunde entfernt ist. Der Wechsel aus der Willi-Salzmann-Halle in die Kultur- und Sporthalle Heldenbergen hat auch für mehr Platz gesorgt, den die Veranstaltung auch gut einnimmt. Im Vergleich zum letzten Mal sind es mehr Tische geworden, insgesamt 25 (!) Demo-Tische, die ich nicht alle hier zeigen konnte. Ich bin Besucher und Spieler und möchte mich nicht nur von Tisch zu Tisch hetzen. Ich bin mir aber sicher, dass ich euch einen Eindruck vermitteln konnte, der zeigt, dass sich der Besuch lohnt. In Bezug auf Einkaufsmöglichkeiten wird einiges geboten, von gebrauchten Miniaturen beim Flohmarkt über eine breite Auswahl an Modellen aus dem 3D-Drucker und Plastikspritzguss bis hin zum Blister.

Für mich persönlich sind es aber noch einmal andere bzw. zusätzliche Faktoren, die die Veranstaltung so attraktiv machen. Man hat zwischen den Tischen Platz, ich kann mich dort hinsetzen und spielen, ohne dass sich ständig Leute an mir vorbeischieben und an meinen Stuhl stoßen. Auch ist das Lautstärkelevel wegen der größeren Halle insgesamt moderat, was es mir einfacher macht, dem Spielleiter und den Mitspielern zu folgen, ohne gegen den Lärm anbrüllen zu müssen. Zwar kann der geteilte Parkplatz mit dem Einkaufspark je nach Uhrzeit die Parkplatzsuche etwas erschweren, dafür kann man sich aber auch an einem langen Convention-Tag vor der Tür kurz die Beine vertreten, etwas frische Luft schnappen und/oder sich etwas zu essen holen, falls das vom Club angebotene Catering nicht den eigenen Bedarf deckt (die Preise für Getränke und verschiedene Speisen sind fair).

Die Tatsache, dass Besucher und Aussteller aus dem hohen Norden und tiefen Süden bis ins Rhein-Main-Gebiet für das Multiversum kommen, spricht für sich. Das ist für mich auch angenehm, da man viele bekannte Gesichter trifft, die man auf Szenario, Tactica und Co das letzte oder nächste Mal sieht, und ich in Nidderau auch die eine oder andere Demo nachholen kann, die ich bei anderen Veranstaltungen nicht unterbekommen habe. Dass auf dem Multiversum auch viele Hobbyisten nicht alleine auftauchen, sondern ihren Nachwuchs mitbringen, spricht ebenfalls für die Qualität und Offenheit des Formats. Grundsätzlich lässt sich der Besuch auch mit einem Familien-/Wochenendausflug verbinden, denn es gibt in der Umgebung viel zu sehen und zu unternehmen, beispielsweise die Lochmühle, das Römerkastell Saalburg und natürlich die weitere Umgebung von Frankfurt in Mittelhessen, die sowohl Großstadtleben als auch viel Natur zu bieten hat.

Unterm Strich war das Rhein Main Multiversum 2026 für mich wieder ein rundum gelungener Tag. Wenn ich ein persönliches Highlight herausgreifen müsste, dann war es sicher Drudenfuss, die ungewöhnliche Mischung aus düsterem Mittelalter-Setting und den flexiblen, fast rollenspielartigen Mechaniken hat mich überrascht, und ich werde das System sicher weiterverfolgen.

Für wen lohnt sich der Besuch? Kurz gesagt: für so gut wie jeden im Hobby. Neueinsteiger finden über die zahlreichen Demotische einen niedrigschwelligen Einstieg in neue Systeme, erfahrene Sammler kommen über den Bring & Buy und die Händlerstände auf ihre Kosten, und wer wie ich das ruhigere, entspannte Spielen mit Freunden sucht, findet auf dem Multiversum genug Platz und Ruhe dafür. Auch als Familienausflug funktioniert die Veranstaltung dank der Umgebung und der entspannten Atmosphäre sehr gut.

Einen Termin für 2027 gibt es aktuell noch nicht, ich trage ihn aber nach, sobald er feststeht. Für mich steht schon jetzt fest, dass ich wiederkommen werde. Und auch wenn ich es dieses Jahr terminlich nicht zur TableTopia nach Aschaffenburg schaffe, hoffe ich, im nächsten Jahr dort ebenfalls vorbeischauen zu können.

In diesem Sinne, vielen Dank für die Einladung und Organisation. Ich freue mich auf das nächste Mal!

Link: Tabletop Club Rhein-Main

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Autor Info's mit anzeigen Dennis B.

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