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30Dez/200

Monatsrückblick Dezember 2020

Gut beschäftigt ging es durch den Dezember, aus mehreren Gründen. Ich bin hier weiter mit der "Inventur" beschäftigt und habe auch weiter aussortiert. Nach dem ich mir meine Blood Bowl Sammlung vorgenommen habe, die mittlerweile mehr oder minder komplett ist, ging es mit Necromunda weiter (nicht die 2017er Auflage, sondern die aus den 90ern). Ich habe hier auch wieder Bögen angelegt um eine Übersicht über die Posen und Doubletten zu bekommen. Bin recht zufrieden mit dem Zwischenstand. Da wird es noch einen Gesuche und Verkaufsbeitrag im neuen Jahr geben..

Necromunda - Stock Taking Necromunda - House Orlock

Aber es ging wie gesagt nicht nur um Inventur, sondern auch ums aussortieren und reduzieren des Bestands. Waren doch ein paar fleißige Tage dabei, bei denen entsprechende Kartonstapel zur Post gingen. Aber ich bin hier noch nicht fertig, der Miniaturenbestand muss noch was reduziert werden um dahin zukommen, wo ich hin möchte.

Packages

Einer der Gründe warum ich es nach Weihnachten noch nicht geschafft habe, die Testminiaturen in Angriff zu nehmen, war dieses fast 3.000 Teile umfassende MOC eines 1965 Ford Mustang Hoonicorn RTR, welches ich zu Weihnachten bekommen habe. Das dürfte das bisher stabilste Set sein, dass ich gebaut habe und nochmal eine Nummer größer als der 42096 Porsche RSR, den ich letztes Jahr bekommen habe.

MOC - Hoonigan MOC - Hoonigan MOC - Hoonigan

Ich möchte mir vor dem Jahreswechsel noch etwas Luft machen. Mich nervt die aktuelle Situation selbst, die Nachrichten zu lesen ist ermüdend und ich bin froh über etwas Ablenkung. Und daher ist es echt traurig zu sehen, dass sich unsere Community nicht wirklich zum besseren entwickelt hat im letzten Jahr. Das ist zum einen der mangelnde Ver- und Anstand, doch noch irgendwelche Turniere durchziehen zu müssen. Ich bin selbst nicht glücklich über die große Anzahl an ausgefallenen Veranstaltungen, aber Leute, jetzt mal ernsthaft, es ist nur Tabletop. Spielt Total War, nutzt den Tabletop Simulator, bittet euren Haushalt eine Runde mit euch zu spielen, aber reist doch nicht durch die halbe Republik. Hier sind auch die völlig sinnbefreiten und rücksichtslosen "Influencer" auch keine Hilfe. Manche sehen es gerade als Einladung an durch die Gegend zu reisen und sich gegenseitig für Crossover zu besuchen ("Es ist meine Arbeit, Dude") anstatt verdammt nochmal daheim zu bleiben (das ist eher ein allgemeines Thema und nicht auf Tabletop eingeschränkt, wir haben hier quasi keine Influencer). Ich verstehe es, wenn man aus Covid kein Thema machen möchte, aber dann seid wenigstens kein schlechtes Beispiel. Das ist auch einer der Gründe neben 4 Minuten Blättern mit "öhm-öhm" Reviews, support us on patreon, don't forget to subscribe usw. warum ich mir kaum Tabletopinhalte auf Youtube gebe. Gibt positive Gegenbeispiele im Foodbereich nur mal so als Ergänzung, mit Videokonferenz und beispielhaften Abstand / Maßnahmen.

Ein anderes Thema was dieses Jahr auch so völlig eskaliert ist, ist der Gebrauchtmarkt. Ich verstehe ja dass bestimmte Projekte stärker gesucht sind, wie Söldner, oder mittlerweile auch Bretonen oder Khremi. Aber 200+ EUR für 5 Questritter? Ich weiß hier auch nicht wer mehr einen an der Waffel hat, die die so Preise ausschreiben oder die jenigen die die auch noch bezahlen. Dazu dann noch schön die lieben Wucherer die den Mist mit den Würfeln von Blood Bowl und Necromunda, oder Mitte des Jahres mit den Indomitus Boxen angestellt haben. Leute, es ist ein Hobby, wenn ihr damit Geld verdienen wollt, macht einen Laden auf. Seid halt keine Arschlöcher.

Aber auch das geht Hand in Hand mit dem Umgang im Hobby, was auch nicht besser geworden ist, wenn die Leute mehr Zeit in ihren Kellern verbringen. Angefangen damit, dass man den gleichen Beitrag immer und immer wieder lesen konnte. "Ich habe vor 9 Tagen bestellt, wieso ist das Produkt immer noch nicht hier? Sollte ich Anzeige erstatten?" Du Trottel bist dir schon bewusst, das wir eine Ausnahmesituation haben, und jeder in der Wertschöpfungskette hinterherhängt, mit weniger Leuten die gleiche oder größere Arbeitslast erledigen zu müssen und so weiter? Die Hersteller in unserem Hobby haben unter normalen Umständen teilweise schon größte Not normal zu liefern / produzieren, mit manchen Ausreißern die so schon Monate brauchen. Das hat sich dann die letzten Tage nochmal gesteigert. Feiertage, liebe Leute, die gibt es auch trotz Lockdown, Maske usw. immer noch und üblicherweise arbeiten die Leute dann nicht. Aber diese Erwartungshaltung trägt sich auch weiter in andere Bereiche. Zum einen ist es die völlige Überschätzung des einzelnen Kunden als auch dessen, was die Möglichkeiten der Produzenten auf dem Markt sind. Vor 10 Jahren, als ich zum ersten Mal Warlord Games besucht habe, war die Reaktion auf meine Frage ob wir auch mal was abseits des 28mm Maßstab sehen würden, ziemliche Irritation. Die Zeiten haben sich geändert, ja, wir haben zahlreiches aus Resin, Zinn und Plastik in 28mm gesehen, aber es gibt auch Kunststoff für Age of Sail, Torpedoboot-Scharmützel und jetzt sogar den amerikanischen Bürgerkrieg in 15mm. Und was ist die Reaktion? Leute sind angefressen, weil Warlord vermeintlich einen eigenen Maßstab forciert. Denn 13,8 mm von den Füßen bis zu den Augen sind nicht "echte" 15mm. Und jetzt? Habt ihr euch mal "28mm" angesehen, mit Heroic oder True Proportionen und allem von großem 25mm bis 32 oder gar 34mm im gleichen Maßstabsband (und manchmal sogar vom gleichen Hersteller). Und oh mein Gott, sie haben es epic genannt, "Aber, aber, Epic ist 6mm" und das ist nicht episch. Ja, Hilfe. GW hat ihre 6mm Maßstab  damals einfach Epic / episch genannt, es ist ein Adjektiv für etwas das legendär, monumental, gewaltig oder außergewöhnlich ist. Ich würde mal behaupten, günstiges Plastik für ein Massenschlachtensystem ist schon etwas dass man außergewöhnlich nennen darf - also epic.

Warhammer 40,000 Kill Team Rogue Trader Bolt Action - Deutsches Afrika Korps German Grenadiers

Ich verstehe das Argument, dass die gleichen Uniformen für beide Seiten nicht ideal ist oder historisch korrekt. Aber das war auch nie die Absicht oder der Anspruch. Es ging um die Verfügbarkeit eines günstigen, bezahlbaren Gussrahmens der den Konflikt in angemessener Weise abbildet (siehe John Stallards Video dazu). Daher, ja, man kann damit ein Problem haben und deshalb einfach einen anderen Hersteller nutzen, der dem gerecht wird. Es gibt zahlreiche Firmen die ACW Modelle anbieten. Ich bin auch von vielem was es in 28mm Modern Combat gibt nicht angetan. Wie gehe ich damit um? Ich kaufe es nicht und wähle andere Hersteller. Auch das Gejammer über die Vorbestellbonusmodelle. "Was fällt denen ein, hier exklusive Modelle anzubieten? Wir werden gezwungen das Set zu kaufen um an die Modelle zu kommen". Und jetzt? Es gibt Kickstarter Exclusives, Event Exclusives und Pre-order Exclusives quer über das Hobby, seit Ewigkeiten und von zahlreichen Firmen. Wieso ist es jetzt gerade bei einem General Lee plötzlich ein Problem? Insbesondere da es ein historisches System ist, kriegt man Lee, Grant und Custer von vielen anderen Firmen wie Essex, Old Glory, Peter Pig und so weiter. Ohne den Vendor Lockin eines IP-spezifischen Systems. Wo ist also das verdammt Problem? Wieso kann man sich hier nicht über eine neue Range freuen, die um einen ganz gut gemachten Plastikgussrahmen aufgestellt ist, der über Hersteller, Großhändler/Wiederverkäufer und beim Händler eures Vertrauens ohne Crowdfunding erhältlich sein wird. Wenn hier auch mal mehr konstruktives Feedback geäußert würde, würden Firmen auch eher mal ein Risiko eingehen. Aber ja, man kann all das auch einfach ignorieren und sich darüber aufregen, dass ein langsamdrehendes Produkt, welches aus Resin von Hand hergestellt wird mal nicht lieferbar ist. Wir reden hier im Großteil von Mittelständlern/KMU, die auch durch Lockdowns, Auflagen und so weiter ihren Angestellten einen Arbeitsplatz bieten wollen, wie viele andere Unternehmen auch - und nicht einfach wie ein Fortune 500 auf Rücklagen, Venture Capital oder anderen Kram zurückgreifen können.

/rand-mode-off - so, das musste jetzt mal raus.

Was hatte ich im Dezember auf Netflix und Co laufen? Fangen wir mit den Binge-Empfehlungen an, also den Serien. Ich bin durch Zufall auf Swedish Dicks mit Peter Stormare (Fargo, Constantine) in der Hauptrolle gestoßen. Unterhaltsam, schräge Gastauftritte und gutes Tempo. Auf Disney+ ist die 2. Staffel von The Mandalorian zum Ende gekommen. Wow, einfach nur wow. Nicht nur das Staffelfinale sondern die gesamte Staffel. Ich möchte hier nicht spoilern, aber es war sowas von rund. Auf Amazon ist El Cid angelaufen. Leider nur 5 Episoden in der ersten Staffel, ganz gut gemacht, auch die Kostüme und Requisiten machten einen guten Eindruck. Ich bin hier schon auf Staffel 2 gespannt. Ebenfalls bei Amazon, die neueste Folge von The Grand Tour: A Massive Hunt, kann man sich anschauen, aber sehr kurzweilig und nicht das Niveau der vorangegangenen Specials. Ich habe dann doch noch Westworld Staffel 3 gesehen. Interesting Twist bei der Geschichte, aber ich hatte eigentlich gehofft mehr von den verschiedenen Simulationen zu sehen. Seit dem 27. Dezember ist die zweite Staffel von Das Boot auch im deutschen Free-TV zu sehen, obgleich die Mediathek wegen der Altersbeschränkung die Folgen teilweise nur von 22 bis 06 Uhr verfügbar macht. Zieht sie euch daher über MediathekView. Die Geschichte ist bisher besser als in der ersten Staffel (bin bei Folge 4), aber bei weitem zu wenig U-Boot Abenteuer für eine Serie mit dem Namen. Ich hatte 2019 schon über die Serie geschrieben, hier gibt es doch schon ein bisschen was an passemdem Tabletopmaterial, wenn man es möchte.

Zu den Filmen, da gab es diesen Monat doch ein paar Nicht-zünder. Ich habe mir Mortal Engines angesehen. Oh was eine langweilige Kiste. Die Idee ist etwas schräg, aber könnte funktionieren, aber die Geschichte ist nicht wirklich packend und entwickelt sich auch über die Laufzeit nicht wirklich. Auf Disney+ gibt es Soul, ich hatte hier irgendwie mehr Unterhaltung von einem Pixar Film erwartet. Nicht schlecht gemacht, aber etwas erheiternder hätte es schon sein dürfen. Hohe Ansprüche hatte ich an Bill & Ted - Face the Music sowieso nicht, aber für etwas das hier nebenbei läuft hat es auch nicht gereicht. Die Geschichte passt überhaupt nicht zu dem Hauptcharakteren oder ihrer eigentlichen Motivation. Dann gibt es noch auf Amazon Knives out, was ein bisschen wie Cluedo der Film ist. Nicht schlecht gemacht, aber nicht der clevere Krimi für den man sich hält. Aber kann man sich anschauen. Ein "Geheimtipp" ist der koreanische Film Parasite, ungewohnter Aufbau und wenn man sonst keine Filme aus dem östlichem Kino kennt, auch etwas schräg, aber gut gemacht. Dann habe ich mir noch die Dokumentation Pretending I'm a Superman (The Tony Hawk Video Game Story) angeschaut. Ich mag den Stil, aber es ist doch etwas viel Pathos und das ganze hätte man auch als 15-20 Minuten Youtube Video abfrühstücken können. Und für einen 2020er Film auch etwas seltsam die letzten Veröffentlichungen so auszulassen.

Bei den Podcasts gab es noch die Episoden 19 und 20 von Krauthorn. Folge 19 mit Bolt Action ist recht interessant, bei Folge 20 fehlt ein bisschen der rote Faden und ist eher ein offener Dialog zwischen Krauti und Jürgen.

Das war's für heute - wir sehen uns 2021.

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Autor Info's mit anzeigen Dennis B.

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