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7Mrz/191

Frostgrave Nekromantenbande – Teil 1

Ein neues Projekt hat immer etwas Magisches an sich und im Fall von Frostgrave ist das wörtlich zu nehmen. Wie Dennis schön in seinem Review zusammengefasst hat, dreht es sich bei Frostgrave um ein ganz simples Setting – zwei rivalisierende Zauberer wollen in der alten Stadt Felstadt Schätze bergen. Das wars. Nach der Flut an komplexen und langatmigen Fantasyspielen auf dem Markt, ist das erfrischend simpel. Die Kreativität steht hierzu in krassem Gegensatz und bietet aufgrund der mannigfaltigen Auswahl an Modellen extrem viel Abwechslung.

Begonnen habe ich dieses Mal nach einem ähnlich unkomplizierten Ansatz. Ich hatte einfach Lust auf Fantasy, wollte aber ein bisschen mehr aus den bekannten Generika schöpfen und nicht in die Welt der ultrahigh Fantasy eines bekannten Herstellers eintauchen. Dafür spiele ich ein anderes Scharmützel Spiel. Ein weiterer Anreiz waren meine Erfahrungen mit Dead Man’s Hand, bei der ich Modelle in klassischem 28mm Maßstab bemalte und wo es einfach Spaß gemacht hat mal ein paar generische Minis zu bemalen, die in mehreren Spielen eingesetzt werden können.

Frostgrave - Necromancer Warband

Nach einem Blick ins Regelbuch gefiel mir besonders das Modell des Nekromanten. Der Nekromant ist einfach ein klassischer Zauberer im Fantasy Genre und meist einer von den bösen Jungs. Aber gelegentlich läuft man auch einem Nekromanten über den Weg, der eher eine „gute“ Gesinnung hat, so wie beispielsweise der Nekromant aus Diablo 3. Das wollte ich dieses Mal auch probieren.

Frostgrave - Necromancer Warband

Zugegeben, der Einfall kam mir erst nachdem ich bemerkte, dass sich in meiner Sammlung von Farben kein Lila, dafür aber ein hübsches Türkis befand und ich entschloss mich das Schema am Lehrling zu testen. Insgesamt glaube ich aber den bösen Look nicht entkräftet, sondern nur verändert zu haben. Besonders die blonden Haare machten ihn nicht freundlicher, sondern irgendwie sonderbar.

Frostgrave - Necromancer Warband

Wie man merkt, habe ich mich noch nicht zu hundert Prozent auf ein Konzept festgelegt, aber das ist in diesem Fall auch gar nicht nötig, denn mit der wachsenden Zahl an generischen Fantasymodellen, werde ich sicherlich auch in anderen Systemen eine Runde drehen. Im Moment plane ich die Bande mit einem Barbaren als Leibwächter und ein paar Soldaten als Schläger auszubauen. Und wie üblich ist keines meiner Projekt ohne ein bisschen Hintergrund komplett…

 

An Felstads Schwelle

Langsam und knirschend öffnete sich Tür. Es waren noch gute drei Tagesmärsche bis nach Felstad und für einen abgelegenen Ort wie diesen war die Taverne erstaunlich belebt.

„Eeeey, du da – Tür zu!“ rief einer der angetrunkenen Gäste zu Archibald hinüber, als er einen Augenblick zu lange in der Tür stehengeblieben war, um die Szenerie auf sich wirken zu lassen, und eine kalte Brise mit ihm hereinwehte.

„Nun mach schon Archibald.“ erklang eine ruhige Stimme hinter ihm und er trat herein, gefolgt von dem Mann hinter ihm.

Die Stimme war tief und wohlklingend, doch schon seit er sich erinnern konnte, haftete ihrem Klang ein gewisses Alter an. Eine Weisheit und Reife die nur die Jahre mit sich bringen konnten. Als die Tür hinter ihnen ins Schloss fiel sprach sie schließlich der Wirt an:

„Wollt ihr über Nacht bleiben? Wir haben nur noch ein Zimmer. Es ist nicht das Beste, aber wenn ihr nach Felstad unterwegs seid werdet ihr auf dem Weg dorthin trotzdem kein besseres finden.“.

Archibalds älterer Begleiter nickte zustimmend.

„Wen soll ich in das Gästebuch eintragen, Herr?“ fragte der Wirt.

„Mein Name ist Balthasar Tenebris. Und das ist mein Schüler, Archibald Helfmann.“ entgegnete Archibalds Meister.

Archibald wusste, dass das nicht der echte Name seines Meisters war. In der Zunft der Nekromanten begegnete einem das Volk stets mit Misstrauen, wenn es erfuhr, welchem Studium der Magie sie sich verschrieben hatten. Einen neuen Namen anzunehmen war bereits seit hunderten von Jahren in der Schule der Nekromantie Brauch. Oft wurden Namen aber auch vergeben, um beispielhafte Leistungen anzuerkennen, oder den Rang des Nekromanten unter ihresgleichen zu verdeutlichen. Tenebris. „Die Dunkelheit“ rief sich Archibald in Erinnerung. Sein Meister war dort gewesen und er war zurückgekehrt. Ohne der starken, korrumpierenden Versuchung zu erliegen, die das Studium der Nekromantie mit sich brachte.

Auch er hatte seinen Namen erhalten. Aber nicht, weil er eine Vergangenheit von zurückgelassenen Verwandten zu schützen hatte. Archibald war als Kleinkind vor vielen Jahren in Weißstadt in einem Waisenhaus aufgewachsen. Als er fünf Jahre alt war, begegnete er seinem Meister zum ersten Mal. Irgendwie hatte er sofort gespürt, dass sich an jenem Tag etwas für ihn verändern würde. Nicht zuletzt, weil Balthasar ihn dabei erwischt hatte, wie er ihm seinen Geldbeutel stahl. Er konnte sich noch genau an Balthasars kalten, durchdringenden Blick erinnern, als er in das Waisenhaus gekommen war, um zuerst sein Geld und nach kurzer Überlegung auch ihn einzufordern. Einen richtigen Namen hatte Archibald damals noch nicht. Als das jüngste Kind im Waisenhaus nannte man ihn damals immer nur „Kleiner“. Nun, er musste zugeben, dass er mit „Helfmann“ nicht gerade einen Aufstieg gemacht hatte. Doch er musste zugeben, in der Gesellschaft seines Meisters war es ihm nie schlecht ergangen, auch wenn er sehr streng zu ihm war. Eines Tages würde er selbst die Nekromantie gut genug beherrschen, um einen anderen Namen anzunehmen. Zumindest einen, der nicht verdeutlichte, wer die meiste Zeit über die ungeliebten Arbeiten verrichten musste.

„Träumst du schon wieder, Archibald?“ riss Balthasar ihn mit seiner ruhigen Art aus den Gedanken.

„Ach, nein Meister.“ antwortete er etwas verlegen.

„Ich habe mich nur gefragt, warum wir mehrere Tage hierbleiben. Wollten wir nicht nach Felstad?“.

„Du hast den Eintrag über die Anzahl unserer Übernachtungen also bemerkt?“ fragte Balthasar gleichermaßen überrascht wie zufrieden.

Obwohl Archibald nickte, wusste er, dass die Frage rein rhetorisch war, und er keine Antwort geben musste.

„Dein Blick für die Umgebung hat sich verbessert. Gut, denn wo wir hingehen werden wir stets wachsam bleiben müssen. Doch weil auch wir nur Menschen sind, werden wir ein paar starke Schwerter an unserer Seite benötigen.“ sagte Balthasar.

„Söldner?“ antwortete Archibald, der seine Verwunderung diesmal nicht zu unterdrücken vermochte.

„Meister…“ setzte er mit einigem Zögern an, denn er wollte seinen Lehrer nicht verärgern.

„Du musst nicht versuchen mir zu schmeicheln Archibald.“ sprach Balthasar mit einem wissenden Lächeln.

„Natürlich bin ich in den Wegen der Magie sehr bewandert, aber ich bin auf dieser Welt nun mal nicht der Einzige, der die arkanen Mächte dienen. Wir werden nicht die Einzigen sein, die in Felstad Wissen und auch Schätze zur Finanzierung unserer Studien suchen werden. Einige, denen wir begegnen werden, sind vielleicht freundlich gesinnt, doch was, wenn nicht? Es ist besser sicherzustellen, dass wir mit heiler Haut wieder nach Hause kommen. Es sei denn du bist unsterblich? Und die ganzen Schätze willst du wohl auch nicht alleine tragen wollen.“ schloss er lachend, wobei es Archibald schauderte, denn das Lachen klang heiter, aber gleichermaßen auch bedrohlich.

Ihm wurde klar, dass dies eine gefährliche Reise werden würde und die Söldner ihnen vielleicht mehr als einmal dienen mussten…

„Beruhige dich mein Junge. Heute Nacht ruhen wir uns erst mal aus. Morgen Mittag sehen wir welch hochwertige Klingen dieses Nest zu bieten hat.“ sagte Balthasar, als er den Anflug von Angst in den Augen seines Lehrlings aufblitzen sah. Er würde es niemals zugeben, doch der Junge war ihm über die Jahre ans Herz gewachsen und praktisch sein Sohn. Auf keinen Fall würde er zulassen, dass ihm etwas zustieße. Über die Jahre würde auch er die wahre Kunst der Nekromantie erlernen und ein großartiger Nekromant werden. Nicht wie diese Dummköpfe, die sich auf die andere Seite begaben und niemals wieder zurückkehrten…

 

Grüße aus dem Chaosbunker

Dino

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Kommentare (1) Trackbacks (0)
  1. Sehr schöne Mini! Ich für meinen Teil finde, dass er durchaus als „guter“ Nekromant durchgeht. Von daher finde ich das Farbkonzept zum Hintergrund sehr passend!
    Ach und der Fluff liest sich auch echt gut. Ich hoffe da kommt noch mehr 🙂

    Grüße aus Felstad
    Chris


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