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10Jul/190

Citadel Colour Contrast – Teil 2

Nach dem wir uns die Geschichte der Citadel Farben angeschaut haben, geht es heute an's Malen und ausprobieren der neuen Contrast Farben.

Games Workshop - Citadel Colour

Um mir die neuen Farben genauer anschauen zu können, habe ich ein paar Miniaturen vorbereitet, die im Rahmen der Review bemalt werden. Darunter reguläre Snap-Fit / Easy-to-build Space Marines. Warum gerade diese Modelle? Zum einen, der Space Marine ist so ziemlich die Standardfigur die mit Games Workshop und Warhammer assoziiert wird. Ja, das Modell wird mehr und mehr durch die Primaris Marines verdrängt, ist aber immer noch die am häufigsten anzutreffende Games Workshop Miniatur da draußen. Und der andere Grunde, noch wichtiger für diesen Artikel, er bietet unterschiedliche Oberflächen auf denen man gut sehen kann, wie die Farbe funktioniert, was sie kann und was nicht. Man hat größere, offene Flächen der Servorüstung z.B. an den Beinen oder Schulterpanzern, aber auch detailliertere Stellen wie z.B. das Rückenmodul. Das ermöglicht unterschiedliche Situationen an einer einzigen Miniatur aufzuzeigen mit nur einer Schicht Farbe bzw. einem Durchgang.

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Mit der Einführung der Contrast Colours zur Citadel Farbpalette gibt es 34 unterschiedliche Contrast Farben, zwei neue Grundierungen und ein neues Medium. Abhängig davon, welche Art von Farbe man kauft erhält man 12, 18 oder 24ml in einem Farbtöpfchen mit Klappdeckel. Die regulären Farben sind üblicherweise in den kleinen 12 ml Töpfen, die neuen Contrast Farben kommen in 18 ml Töpfen und die Technicals in 24 ml Töpfen. Games Workshop bietet dazu auch die beiden Farbtöne der Grundierung als Base-Farben an, für Ausbesserungen.

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Wo fangen wir an? Mit der grundlegendsten Sache die es beim Bemalen zu beachten gibt - die Grundierung.

Man könnte Stunden über die Wahl der richtigen Grundierung diskutieren und die Frage zieht sich auch zurück bis in die frühen Tage der Miniaturenbemalung. Es gibt auch kein Richtig oder Falsch, eher unterschiedliche Ansätze und Empfehlungen abhängig davon, was man passend zum eigenen Malstil nutzen sollte. Die einfachste Unterscheidung ist wohl, wer ein dunkles Farbschema oder viele Metallfarben verwendet, sollte eine dunkle Grundierung wählen. Wer eher ein helles, lebendiges Farbschema verfolgt, sollte auch mit einer helleren Grundierung arbeiten, wie z.B. einem mittleren Grau oder mattem Weiß. Man kann sie auch mischen und den Miniaturen direkt eine Lichtquelle vorgeben, mit zenitaler Grundierung. Das bedeutet das man erst die Modelle mit dunkler oder schwarzer Farbe grundiert und dann eine zweite Grundierung / Nebeln kommt mit einer helleren / weißen Farbe, um die erhellten Stellen durch eine Lichtquelle darzustellen. Die zweite Grundierung erreicht nur die oberen / ausgestellten Partien der Miniatur, so dass wenn man nun eine dünne Farbschicht aufträgt, das Hell-Dunkel durchscheint und bereits einen ersten Helligkeitsverlauf bzw. Schattene rzeugt. Damals hat Games Workshop primär auf zwei Sprühgrundierungen gesetzt, Chaos Black und Skull White, mit der ab und an erhältlichen Sonderfarbe in Dosenform z.B. für Blood Angels oder andere eher einfarbigen Armeen. Heutzutage gibt es eine deutlich breitere Palette aus der man wählen kann, die sogar Metallfarben abdeckt. Hellgraue Grundierungen sind besonders im Modellbau beliebt, und eine dankbare Ausgangssituation für hellere oder schwierigere Farben, wie z.B. Gelb, ohne dabei zu grell zu sein und eher ein natürliches, "ruhiges" Ergebnis erzielen.

Das Thema kurz geklärt, was hat es mit den beiden neuen Grundierungen Grey Seer und Wraithbone auf sich, die "speziell" für den Einsatz mit Contrast Colours entwickelt wurden. Ist das nur ein Marketingtrick oder gezielter Angriff auf euer Hobbybudget? Nein, denn die Farben sind wirklich für den Einsatz mit Contrast Farben gedacht. Warum? Nun, das sehen wir unten, ich habe mehrere Space Marines mit den unterschiedlichen Farben sprühgrundiert. Es ist sehr wichtig, dass ihr euch bei der Verwendung von Sprühgrundierung an die Anleitung haltet, denn eine anständige Grundierung ist der Schlüssel zu einer anständigen Bemalung - egal ob man es jetzt auf einen 3 oder mehr Grundfarben Turnierbemalung oder einen Golden Demon Beitrag abzielt. Also reinigt das Modell von Gussgraten, schüttelt die Sprühdose anständig, stellt sicher dass es wo ihr die Sprühfarbe einsetzt weder zu heiß noch zu kalt ist und dass der Abstand zwischen Dose und Miniatur stimmt.

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Man sieht auf dem Bild beim Space Marine ganz links, die weiße Farbe ist aufgebrochen. Die Grundierung wurde nicht anständig geschüttelt und war eine alte Farbe, bei der kaum noch Treibmittel in der Dose war. Der zweite Space Marine von links wurde mit normaler matter weißer Grundierung besprüht. Man sieht dass die Struktur etwas rau ist, das ist aber nicht schlimm, sondern hilft der Farbe an dem Untergrund zu haften. Die nächsten beiden Space Marines rechts daneben wurden mit Grey Seer (helles grau) und Wraithbone (etwas wärmer, knochenfarben) grundiert. Wie man sieht haben die Contrast Grundierungen einen leichten seidenglanz. Das wäre normalerweise kein Abschluss den ich bevorzugen würde, aber in Kombination mit der Contrast Farbe ist es genau das was wir brauchen und wollen. Auf dem Untergrund profitiert die flüssigere Mischung der Contrast-Farben und überzieht so die Überfläche besser, läuft optimaler in die Vertiefungen, ist aber auf den Ecken und Details entsprechend dünner vorhanden.

Daher kurz zusammengefasst, wer sehr stark auf den Einsatz der Contrast Farben setzen möchte (oder einen vergleichbaren Farbtyp), für den machen diese besonderen Grundierungen Sinn. Und dabei eben die Wahl auf Grey Seer oder Wraithbone, abhängig ob man einen wärmeren oder kälteren Abschluss möchte. Citadel Sprügrundierung kostet zwischen 13,50 EUR und 22,00 EUR je nach Farbe.

Nach dem wir die Grundierung besprochen haben, werfen wir eine Blick auf die Farben.

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Mit den aktuell 34 unterschiedlichen Farben die bei den Contrast Farben zur Auswahl stehen, deckt die Farbpalette unterschiedliche Haut-, Blau-, Rot- und Grüntöne ab. Sogar Schwarz (Black Templar) und Weiß (Apothecary White) sind als Contrast Farbe erhältlich. Mir ist bewusst, dass es professionelle Tutorials gibt, mit 20 Schichten verdünnter Farbe und dergleichen, um zu zeigen, was man mit Contrast Farbe alles machen kann. Aber die Farben wurden mit dem Anspruch Modelle zügig einsatzfertig zu bemalen beworben, mit dem "One Thick Coat" Versprechen, und das ist worauf wir uns hier auch konzentrieren werden. Ich möchte sehen, wie schnell und zuverlässig man Modelle mit einer stark dominierenden Farbe bemalen können, wie eben die Space Marines die häufig eine sehr präsente Farbe auf ihren Rüstungen tragen. Daher schauen wir uns das mal am Beispiel eines Blood Angel und eines Dark Angel Space Marine an. Und darüber hinaus auch mal etwas schwieriger zu bemalende Space Marine Orden, wie z.B. Imperial Fists (Gelb ist schon eine kleine Herausforderung damit es nicht dreckig aussieht und anständig deckt) und Black Templars (mal versucht Schwarz noch weiter abzuschattieren?).

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Also die vorbereiteten Space Marines herangezogen und die Farben ausprobiert. Auch hier gilt ähnlich wie bei der Vorbereitung der Miniaturen und Bedienung der Sprühfarben, den Farben vorab etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Stellt sicher dass die Farben ordentlich geschüttelt sind und die Pigmente entsprechend gleichmäßig verteilt sind. Wer damit Probleme hat, kann die Farbe entweder noch einmal mit einem Rührstäbchen mischen oder Agitatorkugeln verwenden (rostfreie Stahlkugeln).

Die Idee hinter Contrast-Farben ist es, den Untergrund entsprechend einzufärben. Daher ist man auch nicht an nur Grey Seer oder Wraithbone gebunden. Man kann auch Corax White (Mattweiß), bunte Grundierungen oder Metallfarben verwenden. Daher lasst uns die Farben mal am oben angesprochenem Beispiel für einen Dark Angel und Blood Angel ausprobieren. Nehmen wir einen Space Marine in Grey Seer (Links) und einen in Wraithbone (Rechts), und nutzen ein Grün und Rot darauf. Da die Farben in den Flaschen deutlich dunkler wirken, als später auf der Miniatur, habe ich die eigentlich angedachten Farben Dark Angels Green und Blood Angels Red übersehen und stattdessen zu Ork Flesh und Flesh Tearers Red gegriffen.

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Also die Farbe gut geschüttelt und direkt aus dem Topf eine Schicht auf die Modelle aufgetragen. Die frische Farbschicht ist recht glänzend und man kann einen (nassen) Pinsel verwenden, um die Pigmente umher zu schieben und kontrollierter zu verteilen. Es braucht ein bisschen, bis es komplett durchgetrocknet ist, abhängig von der Dicke der Farbschicht.

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Das Flesh Tearers Red ist wirklich überzeugend und deckt vorbildlich. Nicht ganz die Blood Angels Farbe, sollte aber hervorragend für Blood Ravens (dazu im nächsten White Dwarf mehr) oder World Eaters passen. Zum Ork Flesh, das deckt weniger stark und ist merklich heller. Es sollte sehr gut wie der Name schon verrät für Grünhäute passen, und ist ganz klar zu hell für Dark Angels, aber für den Aurora Chapter, die Mantis Warriors oder mit dunklerer Grundfarbe bzw. zwei Schichten auch für Salamanders eine gute Wahl. Die getrocknete Farbe ist matter als ich es erwartet hätte, da sie beim trocknen doch recht glänzend wirkte. Hellere Farben tendieren scheinbar stärker zu Flecken, wobei das wahrscheinlich am stärkeren Kontrast innerhalb der Farbe liegt, denn der Unterschied zwischen hellen und dunkleren Stellen ist bei den dunkleren Farben einfach geringer. Es braucht ein wenig Übung bis man den Dreh raus hat, aber dann geht es schnell von der Hand. Man sollte also wenn man die Möglichkeit hat, die Farben im Laden oder auf ein paar nicht benötigten Miniaturen ausprobieren, bis man ein Gefühl dafür entwickelt hat.

Black Templars sind ein weiterer Space Marine Ordern der erst einmal recht einfach zu bemalen klingt. Wer aber direkt in Schwarz grundiert hat Probleme beim Abdunkeln, und auch die Highlights sind nicht ganz so einfach, denn bloßes Trockenbürsten führt zu einem eher staubigen Endergebnis. Daher auch hier als Grundfarbe Grey Seer gewählt, und dann mit zwei Schichten Contrast Black Templar darüber. Schicht 1 im mittleren Bild und die zweite Schicht im dritten bild. Ich glaube wenn man mit einer dunkleren Grundfarbe als Grey Seer beginnt, z.B. Dunkelgrau (und vielleicht dann noch vor der Contrast-Farbe die Highlights mit Trockenbürsten betont) dürfte eine einzige Schicht Black Templar, schon sehr nah an ein schnelles und spielfertiges Endergebnis führen. Black Templar kann auch für Black Lining verwendet werden, als Alternative zu verdünnter Farbe oder regulärem Wash / Shade wie z.B. Nuln Oil.

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Und nun zu den "Spezialsachen" - den Technicals.

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Für die normalen Farben gibt es Lahmia medium, aber für die Contrast-Farben, wegen der anderen Zusammensetzung der Farbe, gibt es ein anderes Medium. Contrast Medium kann zum verdünnen der Contrast-Farben genutzt werden, ohne dabei die Fließeigenschaften zu beeinträchtigen bzw. die Farbe zu kippen. Stormshield und 'Ardcoat sind beides Lacke, die genutzt werden um als abschließende Schicht die Farbe auf der Miniatur zu versiegeln. Während Showminiaturen die meiste Zeit in einer Vitrine verbringen werden, geht es Spielfiguren etwas anders, häufiges anfassen und ein- und auspacken gehören zum Alltag. Daher macht es insbesondere für letztere Sinn eben einen Lack zu verwenden. Der Unterschied zwischen Stormshield und 'Ardcoat ist dabei, der eine ist matt, der andere glänzend.

Und da Contrast Farben zu einem leicht glänzenden Finish tendieren, liegt die Verwendung von Stormshield nahe um das Endergebnis entsprechend matt zugestalten. Ich muss aber sagen, es ist weniger glänzend als erwartet. Außerdem sollte aber auch erwähnt werden, dass durch die Art der Farbe, die Contrast ist, die Schicht auf der Miniatur dünner ist als bei regulärer Farbe und sich daher einfacher abreibt, insbesondere von glänzender Grundierung. Daher empfiehlt sich hier eine abschließende Lackschicht so oder so.

Für den Imperial Fist Space Marine habe ich einen Direktvergleich gewählt. Drei Space Marines, alle mit Grey Seer grundiert, aber dann einmal mit der Base-Farbe Yriel Yellow, mit der aus dem Sortiment genommenden Glaze Lamenters Yellow und der Contrast Iyanden Yellow bemalt. Ich bin positiv von der Deckung sowohl der Base-Farbe als auch von der Contrast-Farbe angetan. Kurze Anmerkung, auch auf dem glänzendem Untergrund hält die Base-Farbe überzeugend. Die Contrast-Farbe ist etwas fleckig getrocknet, weshalb ich noch einen Schritt angefügt habe. Ich bin über das Modell nochmal mit einem Yriel Yellow Trockenbürsten gegangen und bei der mit Base-Paint bemalte mit einer Mischung aus 50/50 Contrast / Medium. Mir gefällt das Zwischenergebnis aus Contrast als Grundschicht mit ein paar Highlights / Trockenbürsten. Es sorgt auch für ein etwas sauberes Aussehen. Da noch ein bisschen Schwarz und Rot dran, zack ist der Imperial Fist fast fertig. Bei der Schicht mit dem Medium sieht man deutlich, dass die Schicht dünner ist, aber man auch hier entsprechende Pinselkontrolle benötigt und das Ergebnis an ein stärkeres Wash erinnert.

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Der nächste Test soll die Anwendung auf Metallfarben aufzeigen. Ich habe dazu schon was auf Facebook gesehen, dort allerdings mit der Airbrush aufgetragen. Da Metallfarben am besten wirken, wenn sie auf einem schwarzen Untergrund angewendet werden, gab es auch eine mattschwarze Grundierung für beide Modelle. Anschließend wurde eines in Gold und eines in Silber angemalt. Jedes Modell wird geteilt, und kriegt eine Halb-Halb-Bemalung. Dabei kommt auf das Gold Magos Purple und Blood Angels Red, und der Silberne erhält Ultramarines Blue und Aethermatic Blue.

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Das Ultramarine Blue und Blood Angels Red haben eine sehr überzeugende Deckkraft. Das Blau ist schon recht kräftig, da muss man ein Auge auf Fleckenbildung haben. Leider sind die anderen beiden Farben Magos Purple und Aethermatic Blue nur als Schleier zu erkennen, und sehr hell ohne richtige Deckkraft. Ich habe daher beide Farben nochmal separat auf der mattweiss grundierten Figur getestet und selbst dort ist die Deckkraft nur leicht vorhanden. Dennoch, den Einsatz von Contrast-Farben auf Metalltönen halte ich für ein paar Projekte als sehr interessant, insbesondere Blood Angels Red auf Gold für Thousand Sons während der Horus Heresy und mit Ultramarine Blue auf Silber für die aktuellen Thousand Sons. Die anderen beiden Farbe könnten gut für Slaanesh Chaos Space Marines passen, besonders Magos Purple für Emperors Children. Es is schade, dass Magos Purple nicht stärker deckt, da ich es mir für Night Lords richtig gut vorstellen könnte. Hier ist Shyish Purple wahrscheinlich die bessere Wahl.

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Fazit
Ich bin wirlich begeistert von der Deckkraft einiger der neuen Farben. Leider zieht sich das nicht konsequent durch die Farbpalette, es gibt ein paar Ausreißer wie man oben gesehen hat. Dafür sind aber ein paar der sonst eher problematischen Farben wie Gelb oder Rot sehr überzeugend. Hält es das "Versprechen", eine dicke Schicht und gut ist? Es kommt dabei auf mehrere Faktoren an. Der deutlichste ist sicherlich die Wahl der Miniaturen. Das Konzept dieser Inks/Washes ist es, die Oberfläche der Figuren entsprechend einzufärben, und das klappt eben am besten an Modellen, die dazu die passende Oberfläche bieten. Mit Armeen die Figuren wie Poxwalker, Skelette oder ähnliches abdecken, ist man hier sehr gut aufgestellt. Miniaturen die viele Mäntel oder fließende Kleidungsstücke tragen, dürften anfälliger für das Ansammeln von Farbe sein. Gleiches gilt auch für Armeen mit zahlreichen Fahrzeugen. Eldar Jetbikes oder Space Marine Panzer sind durch ihre großen, glatten Flächen für Contrast Farben weniger gut geeignet als z.B. manche der Tau Kampfanzüge. Aber auch außerhalb der Citadel Miniaturen kann ich mir hier bei diversen historischen Sortimenten den produktiven Einsatz von Contrast vorstellen.

Ein weiterer Faktor ist die Frage, passt es zu deinem Malstil bzw. deiner Technik. Wer vorher schon stark auf Washes gesetzt hat, und damit meine ich ganz klar Washes oder Shades, keine Glazes oder Lasuren, dann sind die Contrast-Farben eine interessante Ergänzung zur eigenen Werkzeugkiste. Die schnelle Deckkraft der mittleren bis dunkleren Contrastfarben sorgt für einen zügigen Fortschritt beim Auftrag der Grundfarben. Aber das Endergebnis wird durch zwei Sachen noch deutlich besser. Die eine Sache ist, sich Zeit zu nehmen um die Kanten sauberer zu gestalten, nochmal Highlights nachziehen, dezentes Trockenbürsten. Und die zweite ist es sich mit der Farbe und ihren Fließeigenschaften auseinander zu setzen, also ein Pinselgefühl zu entwickeln. Das ist etwas das im allgemeinen Umgang mit Washes von Vorteil ist. Es hilft der Fleckenbildung bzw. ungleichmäßigem Austrocknen vorzubeugen und erzeugt sauberer, weniger schmutzige Ergebnisse und hilft dir die Pigmente dort hinzuschiebne, wo du sie haben möchtest. Das reduziert noch mal Zeit, die danach für zusätzliche Schatten und Highlights drauf gehen würde.

Zum Preis. Citadel Werkzeuge waren nie günstig, die einzige Ausnahme bildet da der Citadel Paint Handle. Die regulären Farbtöpfe (Base, Dry und meisten Layer) kosten 3,60 EUR für 12ml (3 EUR pro 10 ml), die Shades (ehemaligen Washes), Technicals und Airs liegen bei 6,30 EUR für 24 ml (2,63 EUR pro 10 ml), da sind Contrast mit 6,30 EUR für 18 ml nochmal eine Preissteigerung (3,50 EUR pro 10 ml). Das sind 15% über dem Preis regulärer Farben und 25% mehr als die anderen Farben in großen Töpfen, und das ist jetzt nur der Vergleich innerhalb des Citadel / Games Workshop Produktsortiment. Zusammen mit den Grundierungen, die ich in Kombination mit Contrast empfehle, summiert sich da schon ein bisschen was und das verlangt schon eine gewisse feste Zusage zu der Malweise. Und man sollte auch den Lack nicht vergessen, insbesondere wenn die Contrast-Farben die oberste Schicht deiner Malweise bilden, da sie sich leichter abreibt als andere Farben.

Eine letzte Sache die ich aber noch hervorheben möchte, ist der Fokus des Produkts. Es ist ganz klar darauf abgezielt, die Arbeitszeit des Bemalens zu reduzieren. Und das ist eine gute Sache, aus mehreren Gründen. Zum einen sind Mal- und Bastelwerkzeug häufig auf eher "professionelle" Maler oder anspruchsvollere Maler ausgelegt. Contrast, wenn richtig angewendet, ist sogar noch zügiger als die Fast-Army-Painter Technik, und das ist was wirklich gutes. Denn selbst wenn dein Hobby auf mehreren Säulen steht (üblicherweise 4, Bauen, Bemalen, Sammeln und Spielen), ist die Gewichtung nicht bei jedem gleich verteilt bzw. gleich wichtig. Und wenn es dir und anderen hilft, schneller durch diese Schritte zu kommen um die Miniaturen in einem halbwegs ansehnlichen Zustand bzw. einem Standard der dir genügt auf den Tisch zu bringen, freut mich das für euch. Denn jeder Bausatz, der nicht bemalt ist und nicht irgendwo auf einem Tisch zum Einsatz kommt, ist eine Spiel mit Miniaturen weniger, dass dazu dienen könnte jemanden für unser Hobby zu begeistern und damit für neue Spieler sorgt. Denn mit der ganzen Konkurrenz, offline (Sammelkarten, Rollenspiele und Brettspiele) und noch härteren online (alles mögliche von Gelegenheits bis MMO Video- und Mobile Spielen), können wir über jede Hilfe froh sein, die das Hobby wettbewerbsfähiger und einfacher zugänglicher macht.

Das ist auch nicht das Ende der Berichterstattung über Contrast. Es wird einen dritten Artikel geben, der allgemeines Feedback zusammenfasst, dass ich interessant gefunden habe und darüber hinaus möchte ich die Farben bei ein paar Projekten einsetzen, bei denen der Battleready Mallevel entweder ausreicht oder die Methode ihr volles Potenzial ausspielen kann, wie z.B. an manchen Underworlds Banden oder dem Nurgle Rotters Blood Bowl Team. Und Ich werde auch das Tutorial zu den Sylvaneths von Yltharis Wächtern welches von Mengel auf Warhammer Community veröffenlicht wurde austesten.

Citadel Colours sind eine Marke von Games Workshop.

Das vorgestellte Produkt wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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